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Gewerbe

Arbeitsplätze nicht dauerhaft verloren

Quelle: Eifelzeitung

Zu Thema "Birresborner Sprudel" schrieb Karl-W. Koch in der EAZ: Arbeitsplätze nicht dauerhaft verloren

Es ist und bleibt ärgerlich, wie mit dem "Pfrund" unserer Heimat, der (noch weitgehend) intakten Natur umgegangen wird. Statt durch einen Schutz der Umwelt den derzeitigen Standard zu halten und zu verbessern, werden leichfertig Gesundheit der Menschen und Arbeitsplätze auf das Spiel gesetzt. Dass ein Betrieb mit verseuchter Erde zehn Jahre in direkter Nachbarschaft zu einem Mineralwasserquelle vor sich hintümpeln kann, ist ein Skandal, der untersucht werden und Folgen haben muss. Eine Gesundheitsgefährdung durch getrunkenes Wasser aus der Quelle wird vermutlich nicht vorliegen.

Zum einen sind die Nachweisgrenzen extrem niedrig, zum anderen ist Benzol schlecht in Wasser löslich und lässt sich leicht entfernen. Das Schließen der Quelle und die Rückrufaktion sind aufgrund der Gefährlichkeit der Substanz (auch schon in allerkleinsten Mengen krebserregend und extreme starkes Gift) dennoch richtig. Allerdings ist auch eine natürliche Ursache leider so gut wie sicher auszuschließen, da Benzol nur in Verbindung mit Erdöl in der Natur vor kommt.

Gerade deshalb ist zu fordern, die Ursache der Verunreinigung schnellstens ausfindig zu machen und zu beseitigen. Bei einer tiefliegende Verunreinigung könnten mittelfristig auch andere Quellen (und weitere Arbeitsplätze) der Region betroffen sein. Nicht ungeprüft bleiben darf, ob es eine Verbindung der wasserführenden Schichten zu der Entwässerung von Hallschlag gibt, die entsprechenden Verbindungen ließen sich durchaus damit erklären. Das dort problematische TNT ist ein Benzolabkömmling.

Eine regelmäßige Überprüfung der Quelle nach Aufspüren der Verunreinigung und deren rückstandslose Beseitigung würde in absehbarer Zeit durchaus eine Wiederinbetriebnahme der Quelle (und damit die Wiederherstellung der Arbeitsplätze) ermöglichen. Wenn der Arbeitgeber (oder die Muttergesellschaft) dies nicht versucht, könnte der Verdacht entstehen, dem Eigentümer käme der "kalte" Personalabbau gerade recht.

Das schnelle Aufgeben ohne die Ursachen zu ermitteln, ist zumindest für Außenstehende nicht nachvollziehbar.

Karl-W. Koch, Hillesheim

25.11.2003 (hle)


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