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Die "Original Wolga-Kosaken" gastieren in Birresborn - Chor hat lange Tradition
Birresborn. (hpl) Auf dem Weg nach Berlin gastieren die "Original Wolga Kosaken" am Samstag, 21. März ab 19 Uhr in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Birresborn. Eines von mehreren Konzerten auf ihrer Deutschland-Tournee, die bereits am nächsten Tag in die Berliner Philharmonie führen wird. Das Repertoire des traditionsreichen Ensembles umfaßt Gesänge der russisch-orthodoxen Kirche, Volkslieder, Chor- und Solo-Lieder. Dabei werden Stücke aufgeführt wie zum Beispiel "Abendglocken", "Eintönig erklingt das Glöckchen" oder "Ich bete an die Macht der Liebe". Die musikalische Leitung der Gruppe liegt bei Alexander Petrow. Der "Wolga Kosaken Chor" wurde 1933 in der Türkei gegründet. Die Entstehungsgeschichte des Chors reicht jedoch viel weiter in die Vergangenheit zurück. Als sich in Rußland das Christentum verbreitete, behielten viele Gläubige einen Teil ihrere eigenen Kultur bei, was besonders die religiöse Musik betraf. Männerchöre hatten in der Kirche bereits eine lange Tradition in Rußland. Während westliche Reformer versuchten, Orgel-Musik in die Ost-Kirche einzuführen, begehrten besonders die Kosaken an Dnjpr und Wolga und die Mönche des Kiewer Höhlen-Klosters auf. Sie wollten ihre Identität bewahren. Gegen die "westliche Orgelpracht" sollte die "Urkraft des mannhaften Chorgesangs" gestellt werden. Nach der Wiedervereinigung der Ukraine mit dem Moskowitischen Nordosten des Russischen Reiches beeinflußte dieser Kiewer Gesang auch die Kirchenmusik Moskaus. Bis heute liegen den Gesängen der orthodoxen Kirche Rußlands Kiewer Melodien des 17. Jahrhunderts zugrunde. Sogar die russischen Komponisten Mussogrskij, Balakirev, Rimski-Korsakow oder Borodin zählen zu dieser Tradition, aus der dann auch die Wolga-Kosaken enstanden. Deshalb messen die Wolga-Kosaken dem Gesang eine so hohe Bedeutung zu.
| Datum | 14.03.1998 |
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| Quelle | Quelle: Trierischer Volksfreund |
| Gelesen | 1991 mal |