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Kylltal steht unter Volldampf

TV -AKTION: FREUNDSCHAFTSSPIEL VON EINTRACHT TRIER IN BIRRESBORN: Kylltal steht unter Volldampf

BIRRESBORN. Ein ganzer Ort macht mobil: Das vomTrierischen Volksfreundverloste Freundschaftsspiel gegen Eintracht Trier hat dem Eifel-B-Ligisten SV Eintracht Birresborn einen unvergesslichen Höhepunkt in der 73-jährigen Vereinsgeschichte beschert.
Von unserem Mitarbeiter Stefan Strohm


An dem idyllisch im Kylltal gelegenen Rasenplatz tuckert wenige Minuten nach dem Testspiel gegen Eintracht Trier eine Dampflokomotive vorbei. Ein Bild mit Symbolcharakter für diesen Samstagabend: Der Eifel-Ort hatte mobil gemacht für das Spiel schlechthin in der Vereinsgeschichte des SV Eintracht Birresborn. Mit einer 28-seitigen Bewerbungsmappe hatte Birresborn ein Freundschaftsspiel gegen Fußball-Zweitligist Eintracht Trier gewonnen und sich auf den Punkt top vorbereitet.
Perfekte Vorbereitung und Organisation

Organisatorisch lässt das Topspiel im beschaulichen Kylltal keine Wünsche offen. Werbeplakate weisen schon am Ortseingang auf den Auftritt der Trierer Eintracht in Birresborn hin. Die Feuerwehr dirigiert die Parkplatz-suchenden Anhänger, ein Shuttle-Bus bringt die Fans direkt an den Sportplatz. Der Musikverein Birresborn stimmt die 800 Zuschauer auf die 90 Spielminuten ein, und für die Verpflegung ist in Form von Bratwürsten, Pizza und Pommes auch bestens gesorgt. Die Crew um den Vorsitzenden Hans Nieder und den Initiator der Bewerbung, Thomas Becker, hat an alles gedacht. In der Schiedsrichter-Kabine ist sogar extra eine neue Dusche installiert worden.

So fit wie die Verantwortlichen präsentieren sich auch die Spieler des SV Birresborn. Die Trierer gehen durch einen Treffer des Rumänen Catalin Racanel (4.), vorbereitet durch ein schönes 60-Meter-Solo von Sebastian Pelzer, zwar früh in Führung, doch dann tun sich die Zweitliga-Profis schwer gegen den mit vielen jungen Spielern bestückten B-Ligisten. Patschinski (7.) trifft nur den Pfosten, Racanel (22.) verfehlt mit einem Fallrückzieher das Tor. Dann schlägt die Stunde von Birresborns Torhüter Marco Scharwat: Zunächst pariert er einen Patschinski-Schuss (25.), und nur 60 Sekunden später entschärft er einen Racanel-Freistoß.

So dauert es bis zur 32. Minute, ehe Abwehrspieler Miodrag Latinovic im Anschluss an einen Eckball von Racanel auf 2:0 erhöht. Nun ist der Bann gebrochen, Michael Fleck erneut nach Racanel-Eckstoß in der 34. Minute und Nico Patschinski nach schöner Flanke des agilen Matthias Keller (38.) sorgen für einen halbwegs standesgemäßen Pausenstand von 4:0. Triers Trainer Paul Linz ist in der Pause dennoch etwas angesäuert: "Etwas mehr Spielfreude hätte ich mir schon gewünscht." Der Eintracht-Coach wechselt zur zweiten Hälfte bis auf Kapitän Harry Koch komplett durch, am wenig erfreulichen Auftritt seiner Kicker ändert sich aber wenig. Die von Jürgen Brück und Stefan Limburg trainierte Bezirksliga-Auswahl mit Spielern aus Badem, Darscheid, Berndorf und Ellscheid hält zur Freude der Birresborner Zuschauer dagegen und gestaltet die zweiten 45 Minuten ausgeglichen. Ingo Franzen (52./63.) und Andreas Steinstraß (55.) verpassen den Ehrentreffer, Linz wird lauter: "Spielt doch mal einfach", ruft er seinen Spielern zu. Neuzugang Sebastian Radtke lässt in der 70. Minute mit dem Treffer zum 5:0 sein Können aufblitzen, doch den viel umjubelten Schlusspunkt setzen die Gastgeber: Denis Kauth von der SG Ellscheid ist es vorbehalten, Torhüter Enrico Keller in der 82. Minute zu überwinden!

Mit dem 1:5-Endstand haben die Birresborner das mit Abstand beste TV -Testspiel-Ergebnis gegen die Eintracht erreicht: Erstmals unterlag der unterklassige Verein nicht zweistellig. Die zumeist jugendlichen Autogrammjäger machen dennoch Jagd auf die Trierer Profis und kommen voll auf ihre Kosten.

In der "dritten Halbzeit" im zum Vip-Raum umfunktionierten Klubhaus gibt es deshalb bei Hans Nieder & Co. nur strahlende Gesichter, die Party geht in die Verlängerung. Die Birresborner freuen sich über einen rundum gelungenen Abend und machen auch beim Feiern jede Menge Dampf!

Kontext
Datum 28.06.2004
Quelle Quelle: Trierischer Volksfreund
Vereine Sportverein Eintracht
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